Schwulenfeindliche Gewalt zur Wiesn

Trans- und homosexuelle Menschen werden immer noch Opfer von Beleidigung und körperlicher Gewalt, wie ein jetzt vor Gericht verhandelter Fall vom Oktoberfest letztes Jahr zeigt.

In der Nacht zum 3. Oktober fuhr eine Gruppe schwuler Männer in der Tram. Als sich zwei von ihnen küssten, fingen zwei andere Männer, Mitte 20, an, sie zu beleidigen und anzupöbeln. Als die Schwulen am Hauptbahnhof ausstiegen, folgten ihnen die beiden Männer. Nach kurzer Zeit griff der jüngere von ihnen einen der Schwulen mit einem Faustschlag ins Gesicht an. Im folgenden Gerangel schlug er einem zweiten mit der Faust auf die Nase. Polizisten, die sich am Hauptbahnhof aufhielten, wurden alarmiert und nahmen die Angreifer vorläufig fest.

Die beiden Angeklagten sagten in der Verhandlung aus, sie könnten sich an die Tat aufgrund ihres Alkoholpegels nicht mehr erinnern, was von einem Rechtsmediziner ausgeschlossen wurde. Das Gericht sprach sie wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung schuldig. Da auch Beschimpfungen gefallen waren wie  „Drecksschwuchteln, ihr gehört vergast. Früher wärt ihr ins KZ gekommen“, wurden sie ebenfalls – auch wenn sie beteuerten, nicht der rechten Szene anzugehören – wegen Volksverhetzung verurteilt. Die Geldstrafen belaufen sich auf 6.600 und 7.000 Euro. Dazu der Artikel auf sueddeutsche.de.

Wer mit homo- oder transfeindlicher Gewalt konfrontiert wird und über akute polizeiliche Hilfe hinaus nach weiterer Unterstützung sucht, kann sie finden bei LeTRa, beim Anti-Gewalt-Projekt des Sub e.V., beim Weißen Ring oder beim K 105, der Opferschutzstelle der Münchener Polizei.
Eine Liste von bundesweiten Beratungsstellen für Opfer von v.a. rechtsextremer, aber auch homophober Gewalt, stellt das Netz gegen Nazis zur Verfügung.
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