„Der Tag wird kommen“ – Kurzfilm veröffentlicht

Marcus Wiebusch "Der Tag wird Kommen"

Zum Song mit Kurzfilm einfach auf das Bild klicken.

Marcus Wiebusch, Songwriter, Gitarrist und Sänger der Band Kettcar ist großer Fußballfan. Im April 2014 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum „Konfetti“, das auch den Titel „Der Tag wird kommen“ enthält. Darin singt er über eine Zukunft, in dem es im Fußball keine Rolle mehr spielen wird, ob jemand hetero ist oder nicht.

Das Thema liegt Marcus Wiebusch unter anderem deswegen am Herzen, weil er einen schwulen Bruder hat. Die Idee zum Song entstand im Herbst 2013. Die Arbeiten an dem 7-minütigen Kurzfilm begannen im Mai und wurden durch Crowdfunding finanziert (hier die Seite auf Startnext mit einem kurzen Statement von Wiebusch). Regie führten Dennis Dirksen und Björn Lingner. Sie reisten dafür auch durch ganz Deutschland und filmten in mehreren Städten Fußballfans, die gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung Gesicht zeigen. In München wurde auf der Theresienwiese vor der Bavaria gedreht. Mit dabei waren die FC Bayern-Fans vom Queerpass Bayern und auch die QUEERTREIBER.

Männer-Fußball gilt in Deutschland als einer der Bereiche, wo Männlichkeit und Heterosexualität noch über scharfe Abgrenzung und Abwertung von allem definiert werden, was als unmännlich und schwul gilt. Schwule und bisexuelle Spieler sehen sich in der Regel gezwungen, sich auf ein entwürdigendes und psychisch belastendes Versteckspiel einzulassen. Dass das Thema gesamtgesellschaftlich brisant ist, zeigte sich, als sich unabhängig vom Song der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Januar in einem Interview in der Zeit als schwul outete, was massiv Aufsehen erregte. Zwar erfuhr Thomas Hitzlsperger sehr viel Unterstützung, allerdings schlug ihm auch eine Welle der Abneigung und des Schwulenhasses entgegen.

Politik und Sportvereine versuchen aktiv, gegen jede Form der Ausgrenzung im Sport vorzugehen. Es wurde erkannt, dass das auch Schwulenfeindlichkeit betrifft. Am 17. Juli 2013 unterzeichneten daher Mitglieder der Bundesregierung und Funktionäre des Spitzen- und Breitensports die Berliner Erklärung gegen Homophobie im Fußball. Diese geht zurück auf die Initiative „Fußball für Vielfalt“ der Magnus-Hirschfeld-Stiftung (Text und Unterzeichner findet Ihr auf den Seiten der Initiative). Zur selben Zeit veröffentlichte der Deutsche Fußballbund die Informationsbroschüre „Fußball und Homosexualität“ (hier geht es zum Download). Darin bietet er Informationen zum Thema und Hilfe, wie Vereine mit einem Coming-Out von Spielern umgehen können. Ob diese ganzen Bemühungen fruchten, wird sich aber wohl erst zeigen, wenn ein aktiver Spieler der ersten oder zweiten Bundesliga den Mut findet, sich zu outen.

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